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Ende-Park wird wieder zu Kleinod

Nach sechsmonatigen Aufräumarbeiten ist oberer Teil in Schuss - Hoffnung auf Fortsetzung im nächsten Jahr


Ende-Park in Hohenstein-Ernstthal

Sechs Monate lang ist Ordnung geschaffen worden im Ende-Park. Heute wird das Projekt vorerst beendet.

Foto: Andreas Kretschel

Hohenstein-Ernstthal. Der Ende-Park entwickelt sich wieder zu dem, was er einst war: einem Naherholungsgebiet. Seit langem bemängeln Spaziergänger, dass die Wege zugewachsen sind, die Grünflächen schäbig aussehen, die Rhododendren verwuchern und sich von offizieller Seite scheinbar niemand für diesen Park interessiert. Doch ein Anfang ist getan.

Sechs Monate lang haben 15 Frauen und Männer - alle sind Arbeitslosengeld-II-Empfänger - den oberen Teil des Parks auf Vordermann gebracht. Am Dienstag endet diese von der Hartz-IV-Arbeitsgemeinschaft (Arge) geförderte Maßnahme, die in Trägerschaft der Euroregio Wirtschaftsservice GmbH umgesetzt worden war. "Wir haben unter anderem Wege wieder hergestellt, Grünflächen bereinigt und Sitzgruppen aufgestellt", sagte Tino Müller, der die Truppe angeleitet hat.

Zudem wurden die zahlreichen Rhododendrenbüsche ausgelichtet. Doch obwohl viele Spaziergänger den Park mit den Rhododendren identifizieren, seien sie nicht das Markante, weiß Uwe Kemter, Sachgebietsleiter Umwelt in der Stadtverwaltung. Vielmehr war der Park einst von Hainbuchen begrenzt, von denen es auch noch einige gibt. Außerdem prägt der Eichen- und Buchenbestand das Gelände.

Und es gibt einige besondere Einzelbäume. So befinden sich im Ende-Park beispielsweise eine in der Region selten vorkommende Kanadische Hemlockstanne sowie ein Trompetenbaum. Von Interesse sind aber auch die Kopfbuche und die Kopflinde. Die Bezeichnung rührt daher, dass sie einst mit der Krone nach unten eingepflanzt worden sind, sagt Kemter. Der Zustand der Kopfbuche sei allerdings alles andere als gut. Kemper schätzt ein, dass sie "langsam absterbend" ist.

Sowohl die Euroregio Wirtschaftsservice GmbH als auch Stadtverwaltung und Ende-Stiftung hoffen, dass die Arge Möglichkeiten findet, dass im nächsten Jahr auch der untere Bereich des Parkes über eine staatlich geförderte Maßnahme in Ordnung gebracht werden kann. Tino Müller wünscht sich dabei zusätzlich, dass er mit all denen weiter arbeiten kann, die schon in den vergangenen sechs Monaten im Projekt mitgewirkt haben und mit denen er im vergangenen Jahr den dendrologischen Lehrpfad auf dem Pfaffenberg erneuert hatte. "Dieses Team ist einfach spitze. Da sitzt jeder Handgriff. Auf diese Leute kann ich mich verlassen", sagt Müller.

Neben den über die Arge geförderten Beschäftigten ist jedoch noch einer unbedingt zu nennen, wenn es um den Ende-Park geht. Lothar Schäfer, der ganz in der Nähe des Parks wohnt, hatte sich von Anfang an für den Erhalt dieses Naherholungsgebietes eingesetzt und stets selbstlos geholfen. Inzwischen hat er die Verantwortung über die beiden Teiche übernommen. Dort züchtet er Forellen und sorgt dafür, dass die ökologische Vielfalt an den Teichen gewahrt bleibt. Nichtsdestotrotz kann auch Schäfer nicht verhindern, dass die Teiche zunehmend verlanden. Kemper plant deshalb, diese Teiche abzulassen und auszubaggern.


Von Jens Arnold

Erschienen Freie Presse am 05.10.2009


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